WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 62
Waren Bayerns Herzöge, Kurfürsten und Könige immer majestätische Gestalten? Von den Ministerpräsidenten ganz zu schweigen? Als Mitglied des „gemain Volks“ darf man eine solche Frage gar nicht stellen. Selbstverständlich waren und sind die Herrscher Bayerns „Majestäten“, ob man sie so anredet oder nicht. Denn wenn die Bayern schon etwas Besonderes sind, woran keiner zweifelt, dann doch wohl auch ihre Häuptlinge. Sollte es mit der Figur nicht ganz so gepasst haben, dann kleidete man sich eben majestätisch. Die Ahnengalerien zeugen von diesen Persönlichkeiten mit Ausstrahlung. Immer?
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 61
Wer in der letzten Nummer Heimat und Herkunft der bayerischen Königin Therese („Theresienwiese“) zur Kenntnis genommen hat, hat vielleicht auch Lust, mehr über ihr Leben in München oder im übrigen Bayern zu erfahren. Leicht hatte sie es nicht, obwohl eine Art Liebesheirat der Ehe vorangegangen war. Denn amouröse Abenteuer des Gemahls, beim Wiener Kongress und vor allem auf mehreren Italienreisen, regten sogar dessen Leibarzt auf. Schließlich gab es dann auch noch die „Affäre Lola Montez“ (1848).
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 60
Jedes Jahr zum Oktoberfest könnte man in Bayern einer besonderen Erinnerungskultur frönen. Nein, nicht dem Reinheitsgebot oder den früher günstigeren Bierpreisen, auch nicht den neuen Rekorden bei den Besucherzahlen oder den vertilgten Ochsen. Im letzten Jahr ging das Oktoberfest bekanntlich mit einem Besucher-Rückgang zu Ende – weil das Wetter saumäßig war und weil tatsächlich auch im sonst so sicheren Bayern ein Amoklauf Menschenleben gekostet hatte. Die Nummer 60 der Urbayerischen Gedanken ist Anlass, die Heimat der Namensstifterin Theresienwiese zu beleuchten. Prinzessin Therese stammte aus Hildburghausen – halt, wie heißt der Ort?
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 59
Ein kurzer Rückblick auf den Monat August zeigt Bayern wieder von Sommer, Sonne, Ferien geprägt. Aber zumindest in den ländlichen Regionen dachte man auch an die Ernte und die Freude über die Schöpfung, die so viel hergibt. Da ist es fast selbstverständlich, dass der Monat August – in den katholischen Diözesen – vom besonderen Feiertag „Mariä Himmelfahrt“ gekrönt wird. Längst hat dieser Feiertag zu Ehren der „Himmelskönigin“ einen übergreifenden Gedanken bekommen. Er gilt als „Frauentag“, Frauen als geistig-sittliche Vorbilder, Frauen als wertvoller, unverzichtbarer Integrationsfaktor der Gesellschaft, Frauen in ihrer Vielfalt des Wirkens, unmittelbar und weit über die Zeit des Lebens hinaus. Der beliebte Wallfahrtsort Sammarei feiert deshalb alle Jahre an Mariä Himmelfahrt sein Patrozinium, dieses Jahr aber mit dem Festprediger Dompropst a. D. Hans Striedl, der den Begriff des „Frauentags“ in einen besonderen Mittelpunkt stellte.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 58
In der Sommerferienzeit bewegt die Frage noch mehr als sonst: wer sind wir Bayern? Sind wir Bratwurstesser, Kaiserschmarrn-Liebhaber oder Spätzle-Genießer? Sind wir alles zusammen oder können wir wirklich auf eine bestimmte Essensart festgelegt werden, wenn man sich den wahren Bayern vorstellt? Haben wir die meist stattliche Figur vom „typischen“ Essen und auch Trinken?
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 57
Nach Aldersbach und Coburg nimmt die nächste Landesausstellung längst Formen an. 2018 wird im Kloster Ettal das Motto beleuchtet „Mythos Bayern – Wald, Gebirg‘ und Königstraum“. Das klingt echt nach Bayern, doch die Freunde der „urbayerischen Gedanken“ sind schon einige Schritte voraus. Sie haben den „Mythos Bayern“ nämlich auf vielen Ebenen kennengelernt. Die Motivation der neuen Landesausstellung lautet, den Natur-Raum der bayerischen Alpen auf seinem Weg zum modernen Kultur-Raum über 1000 Jahre hinweg darzustellen. Vor tausend Jahren aber war der Kulturraum an der Donau schon längst vorhanden.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 56
Wenn in der vorletzten Nummer lutherische Entwicklungen eine Rolle spielten und dabei das Fortbestehen „alter Kunstdenkmäler“ auch im evangelischen Umfeld erwähnt war, dann muss man beleuchten, dass „das Bild“ in der Kirchengeschichte immer wieder verdammt wurde (Bilderstürmer). Nur die Bibel sollte im Mittelpunkt stehen, das Evangelium, nicht aber die von Menschen gemachte Verbrämung durch Gemälde oder Skulpturen. Doch auch im evangelischen Franken herrschte Konkurrenz bei der Entwicklung von Kunst und Kultur. Manches konnte sogar „sehr barock“ wirken.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 55
Der Pfälzer Helmut Kohl, war er auch ein Bayer? Könnten also die Bayern stolz sein, dass sie doch tatsächlich einen Bundeskanzler hervorbrachten? Klar, die bayerischen Kanzlerkandidaten Strauß und Stoiber konnte man als Oberbayern zu den „echten Bayern“ zählen. Doch Kohl, Jahrgang 1930, geboren in Ludwigshafen? Der Vater war immerhin ein Unterfranke, entstammend einer bäuerlichen Familie mit elf Kindern, eingesetzt als bayerischer Finanzbeamter, was ihn auch nach Ludwigshafen führte. Die Pfalz, im Jahr 1930 noch eindeutig bayerisch! „Urbayer Strauß“ bekämpfte „Pfalzbayer Kohl“ jedenfalls so genüsslich, wie es eigentlich nur innerhalb von Familien vorkommt.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 54
Im Jahr 2017 muss man immer wieder auf besondere Aspekte der Reformation eingehen. In dieser Reihe gab es zum Beispiel den Artikel über die Geschichte von Sulzbach oder über die Luther-Bibel. Dieses Mal soll die Oberpfalz aus einer anderen Sicht beleuchtet werden. Es steht das Geschlecht der Stauffer zu Ehrenfels in der Nähe des Marktes Beratzhausen im Mittelpunkt. Warum? Die Herzöge von Bayern hatten nicht bloß mit Ortenburg eine knifflige religiöse Konkurrenz bekommen.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 53
Im Jahr 2017 wird ständig an Luthers Thesen als Startschuss der Reformation erinnert. Aber man darf nicht vergessen, dass das Christentum mit seiner universalen Kirche schon oft und lange vor dem Reformator umgestaltet wurde. Als Beispiel seien nur die vielen neuen Orden erwähnt, welche nötig erschienen, weil sich das bisherige Klosterleben als liederlich oder uneffektiv erwiesen hatte. Die cluniazensische Reform im 10. Jahrhundert oder die Zisterzienser, ausgehend vom Kloster Citeaux um 1100, sind die meist erwähnten Beispiele. Doch wer erkennt jetzt einen Zusammenhang mit Ortenburg?
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 52
Im Jahr 2017 kommt man auch in Bayern nicht umhin, die Luther-Bibel in den Mittelpunkt zu stellen. Die Bedeutung des Reformators hat ja mit seiner auf Deutsch verfassten neuen Bibel zu tun. Revolutionär war das nicht. Auch andere Gelehrte hatten die Bibel bereits in ihre Landessprache und in die moderne Zeit übersetzt. Was Luther aber auszeichnete, war seine kraftvolle Sprache. Er führte das Wort „Lästermaul“ ein oder den wunderbaren Spruch „Perlen vor die Säue werfen“. Das Volk verstand plötzlich die Bibel, es ergötzte sich sogar an ihr – und an so manchem „Pfaffen“.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 51
Wir Bayern in Cham und Kamm, Oberpfalz und Niederbayern. Ja, klar. Aber seit wann, und ist diese Frage wichtig? Cham, die Kreisstadt am Regen, kennt (fast) jeder, Kamm in der Marktgemeinde Ortenburg kennt nur der Ortskundige. Doch diese zwei Teile Bayerns haben tatsächlich mehr gemeinsam als auf den ersten Blick vermutet. Nur muss der Blick auf die Zeit vor rund tausend Jahren zurück gerichtet werden.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 50
Was sich heutzutage kaum mehr jemand vorzustellen vermag, prägte früher Jahrhunderte lang das Aussehen von Städten und Märkten. "Ummauert" zu sein, galt seit dem Mittelalter dem Sicherheitsbedürfnis der Menschen. Millionen von Touristen bestaunten deshalb jährlich "gesicherte Städte" - die trotzdem eingenommen und zerstört werden konnten. Rothenburg ob der Tauber gilt noch heute als wunderbares Stadtensemble. Doch was bedeuteten die "Festungen"?
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 49
Mit der vierten Folge zum „Pfalzgrafen“ soll abschließend und vielleicht passend zum Reformationsjahr die Sonderentwicklung des Wittelsbacher Fürstentums Pfalz-Sulzbach beleuchtet werden. Dieses war, wie bereits in der vorletzten Nummer angedeutet, durch einen Vergleich 1652 entstanden. Es hatte nicht bloß den letzten bayerischen Kurfürsten hervorgebracht, sondern mit Christian August auch einen herausragenden Reform-Landesherrn.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 48
Der Pfalzgraf bei Rhein, der Kurfürst von der Pfalz und dann die Pfalz als 8. Bayerischer Bezirk – so sah der Geschichtsablauf einer der beliebtesten deutschen Gegenden aus. Sie verfügte über keinen eigenen Volksstamm, besaß keine eigene Sprache, wohl aber den typischen Pfälzer Dialekt, und sie sorgte auch in der jüngeren Fußballgeschichte für Furore. Denn der erste deutsche Fußballmeister nach dem Krieg wurde 1949 der VfR Mannheim und der bekannteste der 1. FC Kaiserslautern mit der Kernmannschaft des Fußball-Weltmeisters von 1954. Mannheim hatte aber zu diesem Zeitpunkt längst keine Bindung mehr zur Pfalz. Es gehörte zu Baden.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 47
„Der Jäger aus Kurpfalz“, wer kennt es nicht, dieses wunderbare Lied! Doch was versteht man unter der Kurpfalz? In der letzten Nummer war schon angedeutet worden, dass sie sich aus der Verbindung des Pfalzgrafen bei Rhein mit dem Kurfürstentitel ergab, also endgültig nach 1356. Territorial gesehen bot die Kurpfalz aber ein recht unübersichtliches Bild. Sie war auch selten ein geschlossenes Territorium.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 46
Ausgerechnet Donald Trump schaffte die Erinnerung. Sein Großvater stammte aus der Pfalz und war in seiner Zeit bayerischer Staatsbürger. Hoppla, würde ein Urbayer sagen, genau, Bayern und Pfalz, Gott erhalt’s, oder so. Doch so einfach lief das nicht. Der „Pfalz“ ging ein langer Entstehungsprozess voraus. Man verstand auch unter dem Wort im Lauf der Jahrhunderte sehr Unterschiedliches. Urbayerisch war sie kaum.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 45
Über Jahrhunderte bestimmte das dörfliche Leben den Jahresablauf für die meisten Bayern. Da möchte man doch auch wissen, wie die Besitzverhältnisse waren und wie vererbt werden konnte. Wir hatten es in Bayern bekanntlich mit dem System der Grundherrschaft zu tun. Adlige, geistliche und vermehrt bürgerliche Grundherren lebten von den Einkünften, die die Bauern und ihr Gesinde erwirtschafteten. Ein „Hofrecht“ galt für die jeweiligen Abhängigen, beispielsweise für die große Grundherrschaft des Klosters Niederaltaich.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 44
Das Dorf. Hatte die letzte Nummer die Stadt und deren Bedeutung beleuchtet, so soll in dieser Ausgabe der „Urbayerischen Gedanken“ aus gegebenem Anlass das Dorf im Mittelpunkt stehen. Weltweit schreitet zwar die Verstädterung voran, aber in Bayern? Wird das Dorf wieder wichtiger als die Stadt? Ist Bayern überhaupt immer noch, wie in der Frühzeit, dörflich geprägt? Germanen lebten bekanntlich in Dörfern, aber die „Bajuwaren“ waren bereits eine Mischung. Sie hielten sich auch gerne in Städten auf – die sie geerbt hatten, Regensburg, Passau und andere. Die Dorfkultur stand trotzdem im Mittelpunkt.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 43
Grenzzäune, Mauern, Zünfte – alles diente zum Schutz der eigenen Familie, des eigenen Stammes, des eigenen Berufszweigs. Burgen und Städte auf dem Berg – auch sie dienten dem eigenen Schutz, der eigenen Unverwundbarkeit. Die moderne Zeit weiß aber, dass auch das massivste Abschotten auf Dauer keine Lösung bot. Ob friedlich oder gewaltsam, die Öffnung kam in jedem Fall.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 42
Zum Jahresende und mit Blick auf anstehende Verlängerungen der Regierungszeiten in Bayern und in Deutschland („so Gott will“) ist die stille Frage nicht abwegig, wie alt die Herrscher in früheren Zeiten wurden. Einen 75. Geburtstag hatte damals kaum jemand erlebt, schon gar nicht auf dem Thron. Doch ehedem bestiegen diesen manche Herrscher schon mit drei Jahren und wurden eben auch früher wieder beseitigt. Wir Bayern, wie hielten wir es mit der Thronfolge?
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 41
Coburgs Geschichte, wie in der Nummer 40 erwähnt, verlief nicht gerade eintönig. Das gilt auch für die Religionsgeschichte. Deshalb ist es richtig, dass im Titel der Landesausstellung 2017 neben den Rittern und Bauern auch die „Lutheraner“ vorkommen. Welche spezielle Rolle haben sie für Coburg gespielt?
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 40
Das bayerische Bierfestival in Aldersbach hielt über zweihunderttausend Besucher in seinem Bann. Doch schon nimmt eine neue Landesausstellung Formen an. 2017 wird in Coburg das Motto beleuchtet „Ritter – Bauern – Lutheraner“. Auf den ersten Blick wirkt das Motto gar nicht „urbayerisch“. Es kommt hinzu, dass Coburg erst seit hundert Jahren mit Bayern zu tun hat. Der alte Landesherrentitel lautete nämlich „Sachsen-Coburg-Gotha“. Das klingt eher nach Außerbayerischem.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 39
In der letzten Nummer dieser Reihe wurde über die Anfangszeit von Ortenburg berichtet und angedeutet, dass entgegen landläufiger Auffassung Graf Rapoto nicht von Passau her, sondern vom Chiemgau aus und mit Hilfe von Besitzungen an der oberen Vils sein eigenes Land auszubauen versuchte. Ob er von Anfang an nicht bloß Graf, sondern mehr, zum Beispiel echter Landesherr oder sogar Herzog von Bayern werden wollte, müsste intensiv beurteilt werden. Fest steht, dass die Familie der Spanheimer, welcher Graf Rapoto angehörte, im 12. Jahrhundert reicher und mächtiger war als jene der Wittelsbacher.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 38
Immer wieder Ortenburg – auch 2017 wird der Ort seine herausragende Rolle spielen, wegen Martin Luther. Zu Recht, natürlich. Doch Ortenburg ist auch sonst ein Mythos. Wie in der Nummer 26 dieser Serie schon erwähnt, ist der Ortsname im deutschen Umfeld zwar nicht exklusiv, doch von einer geheimnisvollen Entstehungsgeschichte geprägt. Zunächst hieß die neue Burg Ortenberg. Dann kam wegen eines in Kärnten fälschlich beanspruchten Erbes auf die dortige Grafschaft Ortenburg letztere Schreibweise auf. Irgendwann hieß auch die Siedlung am Fuße der Burg „Ortenburg“ – oder zunächst auch „Ortenberg“?
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 37
Niederbayern, Menschen aus Niederbayern – hatte man nicht stets auf sie herab geblickt? Lebten sie nicht im Armenhaus, hinten im Bayerischen Wald? Hatte man nicht bei ihnen bewusst den „Eisernen Vorhang“ hochgezogen, weil sowieso kein Durchblick vorhanden war? Doch dann kam einer, der von der „Aufsteigerregion“ sprach, und noch einer, der Niederbayern als „Premiumregion“ bezeichnete. Auch wenn es sich um zwei CSU-Granden handelte, die wortschöpferisch tätig wurden – geschichtlich betrachtet gehörte Niederbayern seit jeher zur Creme des Herzogtums Bayern. Wer kam dann überhaupt auf die Verunglimpfung der „niederen Bayern“? Wer sind die „Ober-Bayern“ wirklich?
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 36
Was wüssten wir über unsere bayerischen Vorfahren, wenn sie nicht eine hochstehende Bestattungskultur gehabt hätten? Grundsätzlich kann man sagen, dass bei jeder noch so kleinen Ansiedlung auch ein Grabplatz dabei war oder umgekehrt, dass die Friedhöfe in Sichtweite der Wohnstätten angelegt wurden. Am vergangenen Wochenende gab es wieder den „Tag des Friedhofs“. Aber wie sieht es inzwischen in unseren Friedhöfen aus? Angeblich sind Friedhöfe immer noch Orte der Ruhe, der Begegnung, der Trauer und vor allem der Hoffnung. Doch das Durcheinander mit dem Baumfällen in Pleinting oder die immer leerer werdenden Gräberreihen in vielen Friedhöfen Bayerns vermitteln Unruhe, Unsicherheit. Was werden spätere Generationen sagen?
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 35
Langsam gehen in diesem Jahr die 150-Jahrfeiern der Krieger- und Soldatenvereine zu Ende. Auch Pleinting und Vilshofen begingen Geburtstagsfeste, nicht mehr so bombastisch wie in früheren Zeiten, als der Soldatenstand noch etwas zählte. Meistens begnügte man sich mit einer Gedenkfeier am Kriegerdenkmal und mit dem Kameradschaftstreffen im Vereinslokal. In Heining aber gab es noch einen kleinen (verregneten) Festzug und in Rotthalmünster sogar einen von 26 Vereinen getragenen Kirchenzug und anschließenden Festzug. Die Festansprache in der Rottalhalle hatte man einem früheren Staatssekretär im Verteidigungsministerium überlassen. Das war fast wie in alten Zeiten.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 34
Wer in den Sommermonaten Bayern erlebt, glaubt, das richtige Bayern zu erhaschen. Denn überall feiert das Volk. Da laden die großen Volksfeste ein, das Gäuboden-Volksfest in Straubing, das Karpfhamer Fest im Rottal und das Volksfest in Vilshofen, um nur einige in Niederbayern zu nennen. In Straubing selbst und in seiner weiteren Umgebung muss man ein Jahr im Voraus buchen, wenn man als Hesse oder als Thüringer Übernachtungen für richtig hält. Aus Jena reiste sogar eine ganze Bäcker-Gilde an, mit Chef an der Spitze, und jubelte im Gäubodenvolksfest „in echt bayerischer Tracht“. Am Tegernsee wiederum stöhnen die Einheimischen, weil zu ihren Waldfesten „die Fremden aus München“ einfallen, „in Faschingstracht“, wie es heißt.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 33
Die anrollende Erinnerungswelle für Martin Luther und das Reformationsjahr 1517 beleuchtet allgemein auch die Frage „Wir sind wer?“ Wir sind (auch) Protestanten. Im großen Bayern sowieso, also in den fränkischen und schwäbischen Landesteilen. Im „katholischen Bayern“ schon weniger. Hier gelten Bayern und die Patrona Bavariae noch heute als der große seelische Gleichklang. Der Feiertag „Maria Himmelfahrt“ am 15. August unterstreicht das. Wie kam es, dass Bayern der Gottesmutter anvertraut wurde?
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 32
Staatsbankrotte waren in früheren Jahrhunderten zwar nicht an der Tagesordnung, aber auch nicht selten. Die Finanzverfassung der damaligen Welt wusste nichts von nationalen oder internationalen Bankenversicherungen. Ein Fall wie Griechenland ging einst auch im bayerischen Umfeld ganz anders aus als heute. Bayerische Herzöge oder auch Grafen von ganz unterschiedlichen Gauen, die nicht haushalten wollten, mussten Konkurs anmelden und mit ihrem Vermögen haften. Sie verpfändeten ihr ganzes Herrschaftsgebiet oder zumindest Teile davon. Auch die berühmten Wittelsbacher konnten ein Lied davon singen.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 31
Bayern und sein Königshaus, die Königstreuen und die wahren Bayern, die Wittelsbacher und sonst nix. Durch zwei Kaiser, mehrere Kurfürsten und sechs Könige wurden wir Bayern geadelt. Wir sind wer! Darf man trotzdem fragen, ob es auch andere für Bayern wichtige Herrscher gab? Herrscher, die das heutige Bayern beeinflussten, vielleicht prägten, obwohl sie keine Ober-Bayern waren? Das Wort Monarchie bedeutet Alleinherrscher. Es bedeutet nicht die Alleinherrschaft einer einzigen Familie oder eines bestimmten Clans. Nein, im heutigen Bayern hatten viele das Sagen.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 30
Dass das Bayerische eine schöne und vor allem ausdrucksstarke Sprache ist, muss nicht eigens betont werden. In früheren Nummern dieser Serie konnte sich, wer wollte, an den schönsten Ausdrücken erfreuen. Zwischen Gesprochenem und Geschriebenem besteht aber immer noch ein gewaltiger Unterschied. Der Unkundige wird sich beim Lesen daher manchmal schwer tun. Wenn er aber das Geschriebene gehört hat, fällt es wie Schuppen von den geschundenen Augen. Der Leser erfasst den Sinn der Sätze und freut sich.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 29
Dass im Bayerischen Wald vor rund 900 Jahren eine gezielte Siedlungspolitik begann, ist in der vorvergangenen Nummer angedeutet worden. Sie war dem Machtstreben neuer Herren geschuldet, auch der zunehmenden Bevölkerung oder so mancher technischen Neuerung beim Roden und Wirtschaften auf dem erschlossenen Land. Die neuen Siedler hatten bald auch ihre Namen. Doch woher nahm man die Siedler? „Wir Bayerwaldler, wir sind wer?“ Über die kommenden Jahrhunderte konnte man die Familien nachvollziehen, nicht zuletzt wegen der ab etwa 1600 eingeführten Pfarrbücher. Aber vorher?
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 28
Können einzelne Bayern nachweisen, dass sie "Bayern" sind? Wir wollen jetzt nicht den berüchtigten Arier-Nachweis des 3. Reichs propagieren. Er hat viel Elend angerichtet, indem er ausgrenzte und verleumdete. Wir wollen uns auch auf keine "bayerische Staatsangehörigkeit" berufen, obwohl eine solche in die Verfassung von 1946 eingeführt wurde. Unsere Fragestellung "Wir sind wer?" sollte uns lediglich das Gefühl geben, dass lange vor uns Menschen gelebt, geschuftet, geliebt und gefeiert haben. Wenn das auf urbayerischem Boden geschah, dann waren sie Bayern, und zwar auch, obwohl sie durchaus Landeskinder anderer Herrschaften sein konnten (geistliche Hochstifte, Fürstentümer, Reichsgrafschaften).
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 27
Bayern ist heute stolz auf seine knapp dreizehn Millionen Einwohner. Da gehört man in Europa zu den größeren „Nationen“. Doch die Bayern mussten sich seit rund 1500 Jahren immer wieder entscheiden, einem größeren Reich anzugehören, dem Königreich der Franken, der Sachsen, der Welfen, der Staufer, der Habsburger, der Hohenzollern – also einem deutschen Reich. Die Bayern selbst aber hatten vielerlei „Blut-Zuwachs“ bekommen. Die Mobilität war nämlich auch in früheren Jahrhunderten größer als vermutet. Hier soll aber nicht das Thema „Zugereiste“ oder „Gastarbeiter“ beleuchtet werden, sondern die Binnenwanderung in Altbayern. Diese ist spannend genug.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 26
Beim letzten Mal war der Bogen von der Ungarnmark über Kärnten ins niederbayerische Ortenburg gespannt worden. Heute ist die Grundfrage nach der Entstehung des „Staates Ortenburg“ zu beantworten. Auch wenn man sich angewöhnt hat, bei der ehemaligen Reichsgrafschaft Ortenburg und besonders bei deren Wechsel zum Protestantismus von einer „Enklave im katholischen Bayern“ zu sprechen, ist dies nicht ganz richtig. Die im 12. Jahrhundert entstandene Reichsgrafschaft gehörte nämlich zum Heiligen Römischen Reich, aber nicht zum Herzogtum Bayern. Sie war ein eigener, wenn auch kleiner Staat. Die Menschen in der Reichsgrafschaft, sofern sie keine Zugereisten waren, dürften sich aber großenteils als „Bayern“ gefühlt haben.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 25
Wir sind wer! Das betont jeder wahre Bayer. Wir sind wer? Dieser Frage gehen wir heute zum 25. Mal nach. Da war das letzte Mal sogar von „Slawen in Bayern“ die Rede. Wie im heutigen Nordost-Bayern, so waren auch im früheren Südost-Bayern schon vor den Zeiten Karls d. Gr. slawische Siedler aufgetaucht. Während jedoch im heutigen Bayern keine slawische Bevölkerung mehr erkennbar ist, höchstens in den Genen mancher Familien (und eher in Franken), verblieb den Slawen in Kärnten und in der Steiermark die Chance der Eigenständigkeit. So mancher Nationalitäts- oder Sprachstreit ist überliefert. Warum interessiert uns Kärnten? Einerseits, weil es „urbayerisches Gebiet“ ist, andererseits, weil das niederbayerische Ortenburg mit Kärnten eine besondere Beziehung hat.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 24
Das letzte Mal hatte der Further Drachenstich interessiert. Es ging um die jeweilige Nachbarschaft im ostbayerischen Grenzland. Nachbarn sind die Österreicher, die aber „aus eigenem Fleisch geschnitzt“ sind. Nachbarn sind auch die Franken, die Thüringer und die Sachsen, die als germanische Bruderstämme einigermaßen beliebt sind. Dann gibt es aber auch den Nachbarn jenseits des „Großen Waldes“, der offiziell Böhmerwald heißt, aus Eifersuchtsgründen dann aber geteilt wurde und einen Zweig „Bayerischer Wald“ dazu bekam. Dieser Nachbar wurde immer wieder als problematisch herausgestellt.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 23
Jedes Volk hat seine Erinnerungen, Mythen, Sagen. Nicht jedes Volk ist aber von der Tradition, von der Wirtschaftskraft oder vom politischen System her in der Lage, friedlich-fröhliche Volks-Festspiele daraus zu machen. Einseitige Propaganda führte nicht selten zur Einebnung oder gar Einäscherung alter Traditionen. Das bayerische Kulturerbe ging und geht den anderen Weg. Immer mehr historische Spiele beleben und begeistern die Ahnen-Wertschätzung. Da spielt es kaum eine Rolle, ob wahre Festspiele oder nur lebendiges Volksspektakel daraus wurden.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 22
Das letzte Mal hatte Bamberg interessiert. Ja, auch wegen der Geschichte des Bieres, auch wegen der Bedeutung der Stadt für die Reichskirche oder wegen der Wirren in der Früh-Zeit der Weimarer Republik beziehungsweise der bayerischen Räterepublik. Das alles hatte auch mit der engeren niederbayerischen Geschichte zu tun. Doch das Gebiet an der unteren (bayerischen) Donau stand noch in ganz anderem Zusammenhang mit Bamberg. Da müssen wir auf das 11. Jahrhundert zurückblicken.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 21
Bayern, das zeigte die Betrachtung der Bier-Geschichte, kommt ohne Franken nicht aus. Eine große „bayerische“ Tradition weist besonders Bamberg auf. Als Kaiser Heinrich II. im Jahr 1007 (damals nur König) das Bistum Bamberg gründete, stattete er dieses mit großzügigen Geschenken aus. Dazu gehörte vor allem umfangreicher Grundbesitz in den vorherigen königlichen Forsten, unter anderem der Nordwald nördlich der Donau. Die Bischöfe von Bamberg wurden als „Raumplaner“ wichtig. Aber betrachten wir zunächst die Kaiserresidenz Bamberg selbst.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 20
Vielleicht darf man im laufenden Fasching auch einmal folgenden Spruch beleuchten: Keine Liebe kann brennen so heiß als die zwischen Bayern und Preiß – natürlich hintergründig gemeint. Ja, es gibt viele, auch glückliche Ehen zwischen Menschen diesseits und jenseits des Weißwurst-Äquators. Bei allem Herziehen über „die doofen Bayern“ oder „die Saupreißn“ schwingt auch immer etwas Respekt mit. So beschäftigt sich der Bayer mit kaum einem anderen Stammesvertreter so innig wie mit einem Preußen. Oder reden wir Bayern dauernd über die Westfalen, die Sachsen, die Württemberger? Mehrmals nein.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 19
Das Jahr 2016 bedeutet den wahren Bayern sehr viel. Es geht schlicht und ergreifend um nichts Wichtigeres als um die 500. Wiederkehr des universalen Reinheitsgebotes für Bier. In Aldersbach laufen die entsprechenden Festlichkeiten ab. Da passt die ganz profane Frage überhaupt nicht: waren wir Bayern denn immer schon Biertrinker oder Ist Bayern das Bier-Land schlechthin? Immerhin sind laut neuester Statistik (2015) in Deutschland noch 1352 Braustätten vorhanden und davon 616 in Bayern, also knapp die Hälfte. Aber welches Bayern meinen wir? Altbayern? Ist nicht Franken, vor allem Oberfranken, das besondere Land der Braukunst und der Geselligkeit? In Bamberg, Bayreuth oder Kulmbach wird man sofort zustimmen. Was aber gilt?
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 18
Die bisherigen „urbayerischen Gedanken“ brachten die Bandbreite vom Stolz auf die beiden bayerischen Kaiser, auf das neue Königreich, auf die christlichen Wurzeln und Traditionen, aber auch die Fragen zur Herkunft oder zur bunten Vielfalt der heutigen Bayern. Ganz am Anfang stand die Kontinuität von Kelten (Boiotro), Römern (Noricum, Raetien) und Germanen – darunter die Baiovarii im angestammten Boier-Land, also nicht ein eingewanderter Bajuwaren-Stamm. Uns interessierte die bayerische Lebensweise, die Abgrenzung von den anderen (auch Deutschen) und die diebische Freude über die Pleiten der Preiß’n, wenn sie bayerisch sprechen und verstehen wollten. Ja, schön ist es mit Bayern, mit den Bayern und mit dem Land Bayern. Stoff genug für die Ewigkeit.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 17
Bayern. Nicht wenige verstehen darunter nur „das eigentliche Bayern“. Sie meinen also mehr Ober- und Niederbayern und dazu Österreich einschließlich Südtirol. Dieses Bewusstsein hat sich erhalten, in vielen Familien, in vielen Köpfen. Dabei kam vor gut 200 Jahren Franken dazu, auch Schwaben und ein zusätzlicher Teil der Oberpfalz. In der Präambel der Verfassung des Freistaats vom 8. Dezember 1946 hieß es „das Bayerische Volk, eingedenk seiner mehr als tausendjährigen Geschichte“. Da wurde das moderne Bayern in seiner Gesamtheit gesehen, also das Land der Franken als „immer schon“ zu Bayern gehörig. Aber so einfach war das nicht. Auch nicht mit „Altbayerischem“.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 16
Einer der großen „bayerischen“ Namen ist jener der Grafen von Ortenburg (vgl. Seriennummer 12). Die Vertreter der heutigen Marktgemeinde Ortenburg bereiten sich fieberhaft auf einige Jubiläen vor. 2020 könnte die 900-Jahrfeier der Errichtung der Burg „Ortenberg“ gefeiert werden und damit die Geschichte einer weiteren Abspaltung von Bayern. Ja, von Ortenberg aus entwickelte sich eine „Reichsgrafschaft“, ein mit dem Herzogtum Bayern ebenbürtiges, aber natürlich nicht so großes eigenständiges Territorium. Betrachten wir zunächst das Ende der reichsunmittelbaren Zeit.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 15
Bayern im Herbst. Das bedeutet Heiligenfeste mit Pferdesegnung, beispielsweise der Leonhardi-Ritt in Aigen/Inn und in Grongörgen. Das bedeutet Martins-Umzug oder Nikolaus-Feier. Das bedeutet auch Adventsfeiern in Vereinen und natürlich in Kirchen. Die sprichwörtliche bayerische Frömmigkeit kann man, wie schon in der Seriennummer 6 beschrieben, doch noch erleben. Ist Bayern also ein stolzes, ein heiliges Land, anders als die meisten anderen Länder? Echte Bayern streiten natürlich nicht, ob ihre Heimat ein eigenes Land ist oder nur Teil Deutschlands. Es gibt nämlich Menschen, die sprechen den Bayern die Eigenstaatlichkeit ab. Ob mit alten Vorurteilen oder mit neuen Grenzwällen: Bayern pflegt seinen Nimbus des Besonderen.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 14
In der letzten Nummer hatten wir die bayerische Rebellenseele beleuchtet. Das konnte natürlich nicht umfassend geschehen. Es gibt viel zu viele Seiten einer Rebellion. Erinnern wir uns deshalb an den Begründer der bayerischen Rebellen-Tradition. Es geht um unseren Herzog Tassilo III. Achtung, liebe Franken und Schwaben, „unser“ ist auf das eigentliche Bayern bezogen.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 13
Sind wir Bayern Grantler, Rebellen, Wilderer oder ganz normale – auch gesetzestreue – Menschen? Sind die Oberbayern oder die Niederbayern (oder auch die Oberpfälzer) die grantigsten Menschen der Welt? Haben die Neu-Bayern, also die Franken und Schwaben, den bayerischen „Volkscharakter“ entscheidend verändert? Und dann erst die vielen Neubürger, die Flüchtlinge nach dem 2. Weltkrieg, die Gastarbeiter seit 1956, die aus aller Welt kommenden Studenten, Touristen oder Flüchtlinge?
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 12
200 Jahre seit dem Sieg über Napoleon – und viele Bayern reisen nach Ingolstadt. Zum Jubeln? Weil er Bayern zum großen neuen Königreich erhoben hat? Ja, und dieses hat sich tatsächlich 113 Jahre gehalten und fünf Könige erlebt. Aber haben sich auf bayerischem Boden noch andere Fürstentümer befunden, eventuell unabhängig von den Königen von Bayern? Haben diese „regiert“ oder nur mitregiert?
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 11
Die Griechen kriegen die Kurve? Weil die Bayern nicht schärfer gegen sie tönten? Gut, einer von ihnen, CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt, hatte zwar den „Rauswurf“ Griechenlands gefordert und auch sein Nachfolger fand kriegerische Worte. Aber auf diese beiden hörte man schließlich nicht. Sowohl auf dem Feldherrnhügel wie in den Infanterie-Einheiten bemühten sich andere, allen voran die Kanzlerin aller Deutschen, also auch der Bayern. Hat etwa das „griechische Abenteuer“ des bayerischen Königshauses im 19. Jahrhundert seine kleinlauten Spätfolgen?
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 10
Bauernschlachten, Bürgerinitiativen, Volksaufstände – und mittendrin „der Bayer“? Geht es bei ihm gegen die eigenen Regenten oder gegen fremde Herren? Erhebt sich das Volk aus Not oder aus Übermut? Gibt es Drahtzieher fern vom eigentlichen Brandherd und von der eigentlichen Problematik? Oft muss man Anlass und Ursachen genau trennen und vor allem auch die aktuelle und die historische Berichterstattung immer wieder kritisch hinterfragen. Denn der Betrachtungswinkel hat sich oft geändert.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 9
Von Andreas Hofer war schon die Rede. Er ist nicht bloß den Österreichern ein Volksheld, sondern „eigentlich“ auch den Bayern. Oft passen Mythos und Wirklichkeit aber nicht zusammen. Denn Andreas Hofer ließ sein Leben gegen Napoleon und gegen die von diesem aufgewerteten Bayern. Aber das interessiert (fast) niemand.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 8
In der letzten Nummer war von „bösen bayerischen Besatzern“ die Rede. Tatsächlich, Tirol war plötzlich Teil des Königreichs Bayern. Von Ähnlichem träumen noch heute viele Bayern. Süße Zukunft? Der Historiker verweist auf tatsächlich Geschehenes, der Politiker aber hat das Ohr am Volk – und da hört er immer wieder, wie schön es doch wäre, wenn der alte bajuwarische Lebensraum eins sein könnte, wenn vor allem Südtirol wieder „deutsch“ wäre. Provokante Frage: wollte Andreas Hofer deutsch sein?
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 7
Gastwirte und Viehhändler, am besten in einer Person, das sind die wahren bayerischen Volkshelden. Ist das so, und warum? Zwar gibt es auch noch andere Helden, Rebellen oder Wilderer beispielsweise, aber die sind von einem anderen Kaliber. Betrachten wir erst mal die bierausschenkenden Viehhändler. Leider sterben auch die aus. Aber wir begutachten in dieser
Serie die Geschichte, nicht die Zukunft.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 6
Die bayerische Frömmigkeit ist sprichwörtlich. Tatsächlich: die altbayerischen Wallfahrten, besonders nach Altötting oder Bogenberg, die Pferde-Umritte an den Festen des heiligen Georg, des heiligen Leonhard oder des heiligen Martin, die Prozessionen am Fronleichnamstag, die Anziehungskraft der Klöster und Dome oder die frommen Treffen an heiligen Brunnen („Heiligenbrunn“ bei Passau), heiligen Bäumen („St. Georgs-Eiche“ Marterberg bei Vilshofen) und heiligen Flüssen (Donau bei Niederalteich) kennzeichnen den Freistaat Bayern wie kaum ein anderes Land oder Ländchen. Aber sind die Bayern deshalb fromm, geschichtlich betrachtet? Pflegen sie gar heidnische Bräuche?
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 5
Die bayerische Sprache ist uralt und doch hochmodern. Von den mehr als zwölf Millionen Bewohnern des Freistaats Bayern wird sie gut verstanden und gesprochen, letzteres etwas weniger. Das liegt an den Neu-Bayern, auch an den Beute-Bayern. Erstere sind die neu Hinzugezogenen, letztere die Zwangsintegrierten, beispielsweise jene aus Franken. Sie pflegen ihren eigenen Sound, verstehen aber – im Gegensatz zu den Preußen – nahezu jedes altbayerische Wort. Bayern ist sooo beliebt, betont ständig die Staatsregierung. So beliebt, dass immer mehr ins bayerische Paradies wollen. Das betonen aber auch andere.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 4
Wenn wir kein eingewandertes Germanenvölkchen sind, was sind wir dann? Man hat „die Bayern“ schon oft zu klassifizieren versucht. Mit ihrem Aussehen, ihrer Tracht, ihrer Sprache, ihrem Auftreten oder ihrer Frömmigkeit scheinen sie jedenfalls etwas anderes, etwas Besonderes zu sein. Wie stellt man sich den typischen Bayern vor? Oder besser gefragt: wer stellt sich einen typischen Bayern vor? Österreichs ehemaliger Bundeskanzler Bruno Kreisky (SPÖ) hatte angeblich gesagt, er halte sich gerne in Bayern auf, denn da sei er nicht mehr in Österreich, aber auch noch lange nicht in Deutschland. Sind die Bayern keine Deutschen?
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 3
Gibt es, neben der Römerzeit, eine „germanische“ Frühgeschichte Bayerns? Oder haben wir Bayern wirklich keinen Stammvater und keine Volkswerdung wie andere bedeutende ulturvölker der Welt? Solche Fragen lassen wir uns doch gar nicht gefallen – so dachten zumindest unsere Vorfahren im 19. Jahrhundert, die eine national(istisch)e Geschichtsschreibung erfanden. „Unsere Vorfahren“ meint in diesem Fall die Deutschen, aber auch die Bayern, die Franken oder die Alemannen. Sie alle wollten nicht schlechter dastehen als, ja klar, als die großen Römer.
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 2
„Mia san mia“, tatsächlich? Auch das neueste Standardwerk „Die Anfänge Bayerns“ (EOS-Verlag St. Ottilien 2012) gibt keine großartige Aufklärung darüber, wer die Bayern wirklich sind. Geschichtsforscher, Archäologen, Etymologen, Namens- und Sprachwissenschaftler und andere Experten haben all ihr Wissen zusammengetragen. Haupterkenntnis: die römischen Provinzen Noricum und Raetien bilden die territoriale Grundlage des Stammesherzogtums Bayern, also etwa von Iller/Lech bis zur Enns und, später, bis hinein in den Alpenraum. Dort entstand über mehr als tausend Jahre ein Völkergemisch. Aber was hat es mit den „Bajuwaren“ auf sich? Worauf können die heutigen Bayern stolz sein?
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WIR BAYERN - Wir sind wer! Wir sind wer? - Teil 1
„Mia san mia“ – wer kennt ihn nicht, diesen fast italienisch klingenden stolzen Spruch. Er wird ausschließlich auf die Bayern bezogen, auf alle Bayern und besonders auf den FC Bayern. Woher haben die Bewohner links und rechts der Isar dieses starke, dieses einmalige Selbstbewusstsein? Bei den Fußballern des FC Bayern kann man den Spruch – derzeit – durchaus nachempfinden, so rund springt das Leder. Aber bei allen Bayern?
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